Konzeption

Vorwort

Unsere Konzeption entstand mit der Vereinsgründung 1991, sie war zu diesem Zeitpunkt neuartig und als Modellprogramm anerkannt. Die pädagogischen Schwerpunkte der Altersmischung, Zweisprachigkeit, Musik, Kunst, gezielte vorschulische Förderung und unsere Offenheit für Kooperationspartner haben wir bis heute fortgeführt.

Stefan Seel, Vorstandsvorsitzender

 

Geschichte und Trägerschaft

Zu unseren Einrichtungen gehören die „Kita Schenkelberg“, „Kita Güdingen“, „Kita auf dem Innovationscampus Saar“ und der „Hort“. Sie werden auf gemeinnütziger Grundlage durch uns als eingetragenen Verein betrieben. Das Vereinsregister des Amtsgerichtes Saarbrücken führt uns unter dem Namen „Kindertagesstätte am Schenkelberg e.V.“.

Ursprünglich war unsere Einrichtung ein Kinderheim für die für die Saarschifffahrt in privater Trägerschaft. Am 26.10.1991 wurde ein Verein zur „Förderung der integrative und freien Erziehung und zur Förderung der Kultur für Kinder“ mit neuem Konzept gegründet.

Der Verein besteht aus ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern; ordentliches Mitglied kann jede Person werden, die die Vereinsziele unterstützt, außerordentliche Mitglieder sind Personen, die die Interessen des Vereins fördern und dessen Einrichtung nutzen. Unsere MitarbeiterInnen setzen sich aus pädagogischen, pflegerischen und französischen Fachkräften zusammen.

Pädagogische Arbeit

Die Einrichtungen betreuen alle Kinder unabhängig von deren Herkunft, Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, weltanschaulicher oder religiöser Prägung. Unter integrativer Erziehung verstehen wir den unvoreingenommenen Umgang mit ausnahmslos allen Kindern unabhängig von Herkunft, Aussehen, körperlicher und seelischer Verfassung. In einer Atmosphäre, die Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen ein alltägliches unbefangenes und unvoreingenommenes Miteinander ermöglicht. Bei uns erfährt jedes Kind individuelle Wertschätzung und kann seine Begabungen und Fähigkeiten entwickeln.

Wir fördern die eigenständigen Ausdrucks- und Darstellungsspektren von Kindern: sie sind kreativ, fantasievoll und verfügen über Vorstellungskräfte, die Raum und Zeit brauchen, um sich entfalten zu können. Durch alltagskulturelle, künstlerische und spielerische Erfahrungen entdecken Kinder die Vielfalt ihrer eigenen Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten. All diesen Aspekten folgen die Fachkräfte in der täglichen Betreuung der Kinder in unseren Einrichtungen.

Zum Zeitpunkt der Aufnahme in unsere Einrichtung sind alle Kinder unterschiedlich entwickelt und geprägt. Die Betreuung erfolgt daher individuell und ihren Fähigkeiten angemessen. Spontanität, direktes Erleben, sinnliche Erfahrungen und Unterstützung der Lerninteressen werden im Wechsel von freiem und angeleitetem Spiel bewusst ermöglicht. Sie eröffnen den Kindern Möglichkeiten zum Erproben ihrer Fähigkeiten und Kreativität.

Die altersgemischte Gruppenstruktur bietet jüngeren und älteren Kindern alltägliche Erfahrungen mit sozialen Gefügen. So lernen die Älteren beispielsweise Rücksichtnahme im Umgang mit Schwächeren. Den Jüngeren werden vielfältige Lernimpulse geboten. Pädagogisch sprechen wir von der Herausformung des Selbstkonzeptes der Kinder. Neben den Begegnungen der Kinder innerhalb der Gruppe ist es uns wichtig, dass Bezugs- und Betreuungspersonen über einen langen Zeitraum konstant bleiben. So entstehen Bindungen und Freundschaften, die den Kindern Sicherheit geben.

Die pädagogische Arbeit unserer Einrichtungen orientiert sich am saarländischen Bildungsprogramm. Konzeptionell setzen wir darüber hinaus die folgenden Schwerpunkte:

Zweisprachigkeit

Bei uns arbeiten deutsche und französische Fachkräften gemeinsam in den Gruppen. Beide Sprachen begleiten die Kinder so auf natürliche Weise durch den Alltag. Diese Herangehensweise wird auch als Sprachbad oder Immersionsmethode beschrieben.

Musik

Bei uns wird täglich gemeinsam gesungen. Instrumente ergänzen die Möglichkeit, Musik als ganzheitliche Ausdrucksform zu erleben. Im Rahmen der musikalischen Schwerpunktsetzung schaffen wir immer wieder Höhepunkte im Sinne künstlerischer Projekte, in denen die Kinder stolz das Eingeübte präsentieren.

Kunst

Vielseitig und projektartig ermöglichen wir den Kindern Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien und Techniken. Die künstlerischen Ergebnisse halten wir in den Portfolios fest, die die Kinder mit Freude den Eltern zeigen und die individuelle Entwicklung dokumentieren.

Ernährung und Bewegung

Wir legen Wert auf gesunde Ernährung und den bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln. In saisonal wechselnden Projekten erleben die Kinder, wie heimische Pflanzen gezogen, angebaut und gepflegt werden bis sie schließlich auf unseren Tellern landen. Als Faire Kita erforschen wir mit den Kindern gemeinsam auch die Herkunft nicht einheimischer Lebensmittel. Wir schaffen ein erstes Bewusstsein für Herstellungsverfahren und Arbeitsbedingungen der Dinge, nach denen wir selbstverständlich im Supermarkt greifen.

Dies ist nur ein Beispiel, wie die Neugier der Kinder auf Natur und Umwelt geweckt werden kann. Immer wieder greifen die Fachkräfte spontan Themen auf, die den Forschungs- und Bewegungsdrang ihrer Kinder wecken.

Bewegung ist ein kindliches Grundbedürfnis. Sie beeinflusst die Persönlichkeitsentwicklung, die Entwicklung sozialer Kompetenzen und die motorischen Fertigkeiten. Deshalb legen wir großen Wert auf das Spielen, Toben, Bewegen an der frischen Luft, im Wald und der Sporthalle.

Jahresthemen und Wochenstruktur

Jedes Jahr entwerfen unsere Erzieherinnen und Erzieher spannende Projektideen. Impulse dafür geben die Interessen und Fragen ihrer Kinder. So freuen sich die Kinder in den Gruppen neben den wöchentlichen Aktivitäten immer wieder auf neue interessante Höhepunkte. Diese reizvollen thematischen Akzente laufen parallel zu unseren regelmäßigen Angeboten, z.B. die Vorschule, der Chor, dem Sportprogramm.

Betreuungszeiten

Unsere Einrichtungen sind von 7 Uhr bis 17h geöffnet. In dieser Zeit verbringen die Kinder gemeinsam mit ihren BetreuerInnen den Alltag beginnend mit dem Frühstück, Freispiel, Aktivitäten, dem Mittagessen und den Ruhepausen.

Von zu Hause in die Kita – die Eingewöhnung

Die Eingewöhnung stellt für das Kind eine große Herausforderung dar. Es erlebt nun einen veränderten Tagesablauf, es baut neue Beziehungen zu Erwachsenen und anderen Kindern auf, vor allem aber muss es eine mehrstündige Trennung von den Eltern bewältigen. Deshalb ist es uns wichtig, die Eingewöhnung gemeinsam mit den Eltern zu gestalten, damit sich gute tragfähige Beziehungen entwickeln können. Sie geben dem Kind Sicherheit, die neue Welt Kindergarten für sich zu erschließen.

Dokumentation der Entwicklung – das Portfolio

Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung unserer Schützlinge ist ein zentraler Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Mit dem Eintritt in die Kindertagesstätte legen wir für jedes Kind einen Ordner an. Darin werden Bilder, Fotos, kleinere Bastelarbeiten und Aufzeichnungen von Gesprächen mit den Kindern gesammelt. Im Laufe der Kindergartenzeit wird das Portfolio zu einem wichtigen Begleiter: die Kinder nutzen es, um ihre Lernwege, Erfolge und Erkenntnisse zu reflektieren. Für Gespräche mit den Eltern dient es uns daher auch als Grundlage, die individuellen Lern- und Entwicklungswege nachzuzeichnen. Ferner profitieren die Kooperationslehrer der Grundschule davon, wenn sie die Einschätzung der Schulfähigkeit vornehmen.

Übergang Kita – Grundschule – das Kooperationsjahr

Jedes Kind ist gespannt auf die neue Welt der Schule. Im Jahr vor der Einschulung bereiten wir diesen Übergang Schritt für Schritt vor. Wir möchten unsere Kinder selbstsicher und freudig in die Schule gehen sehen. Deshalb lernen die Kinder gemeinsam mit uns die Kooperationsschule kennen. Sie sammeln erste Eindrücke im Umgang mit den künftigen LehrerInnen und MitschülerInnen. Sie lernen den Schulweg kennen und werden auf die Herausforderungen des Straßenverkehrs vorbereitet. Dass wir unsere Kinder, die wir oft seit dem ersten Lebensjahr begleitet haben, gut vorbereitet und mit Lust am Lernen in die Schule entlassen ist uns eine besondere Herzensangelegenheit.

Ausbildungsort Kindertagesstätte

Unsere Einrichtungen sind auch Ausbildungsorte, an denen künftige PädagogInnen das in der Ausbildung erworbene Wissen in der Praxis erproben und umsetzen können. Wir betrachten die Zusammenarbeit mit jungen künftigen Fachkräften als wertvollen Bestandteil unserer täglichen Arbeit.

Damit wir alle unsere im Konzept beschriebenen Schwerpunkte umzusetzen und unseren professionellen Ansprüchen gerecht werden zu können kooperieren wir mit vielen unterschiedlichen lokalen Partnern. Sie sind für uns ein Teil der Welt, die wir mit den Kindern gemeinsam entdecken.